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30. Internationaler Franz-Schubert-Chorwettbewerb Wien 2016

Es ist ein stolzes Jubiläum, das die Freunde der Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental gemeinsam mit dem Förderverein INTERKULTUR und zahlreichen Liebhabern Schubertscher Chormusik vom 5. - 8. Mai feiern konnten. 30 Veranstaltungen seit der Gründung des Wettbewerbs im Jahre 1984 sind ein beredtes Zeugnis dafür, mit welcher Konsequenz das Werk des großen Wiener Komponisten auch im Bereich des Chorgesanges in alle Welt getragen wurde. Wenn man die Liste der Länder liest, die sich in der Schubertkirche und dem Konzerthaus Wien die Ehre gegeben haben, dann ruft diese nicht nur wegen ihrer Anzahl - insgesamt 45 - Respekt hervor, sondern beweist, dass wirklich Chöre aus aller Welt die Gelegenheit genutzt haben, sich mit Schubertschen Werken bekannt zu machen. Zu diesem Zwecke wurde der Wettbewerb einst ins Leben gerufen.

Gegründet wurde der Wettbewerb durch Prof. Mag. Friedrich Lessky, der auch heute noch als Hüter des enormen Schubertschen Werkes und lokaler Partner von INTERKULTUR das Zepter in der Hand hält. Annlässlich des Jubiläums konnte er vom künstlerischen Direktor von INTERKULTUR, Prof. Dr. Ralf Eisenbeiß, für seine Verdienste mit der Goldenen INTERKULTUR Ehrennadel geehrt werden, einer Auszeichnung, die bisher nur wenigen Vertretern der internationalen Chorszene überreicht wurde. Ebenso trug die Schubert Gesellschaft den Präsidenten von INTERKULTUR, Herrn Günter Titsch wegen seiner Verdienste um die Weiterführung des Wettbewerbs die Ehrenmitgliedschaft an. Eine goldene Ehrennadel wurde ebenso an einen jahrelangen aktiven Wegbegleiter verliehen, Herrn Regierungsrat Prof. Herbert Wild.

Neben dem diesjährigen Jubiläumswettbewerb, der in verschiedenen Kategorien mit und ohne Pflichtwerke ausgetragen wurde, fanden zahlreiche Konzerte statt, die die Bedeutung des Festes hervorhoben. Als absoluter Höhepunkt kann das sogenannte „Mitsingkonzert International“ im Großen Saal des Konzerthauses angesehen werden, das der Rundfunkchor Berlin gemeinsam mit der Wiener Akademischen Philharmonie gestaltete. Dirigent dieses eindrucksvollen Ereignisses war der charismatische englische Dirigent Simon Halsey. Diese Mitsingkonzerte haben eine faszinierende Geschichte. Der Rundfunkchor Berlin gestaltet sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit einer großen Sänger- und Fangemeinde, die vorwiegend aus Deutschland aber auch aus anderen Ländern angereist waren. Die etwa 1000 gut vorbereiteten Sängerinnen und Sänger kamen seit dem 6. Mai dann zu Endproben zusammen und gestalten so eine Aufführung von Schuberts Es-Dur Messe, wie sie selbst im konzertverwöhnten Wiener Konzerthaus nicht oft zu hören sein dürfte. Es war ein würdiges und eindrucksvolles Jubiläumsereignis.

Die Zahl der im Wettbewerb selbst vertretenen Länder war ebenso eindrucksvoll. So konnten neben vier Chören aus Österreich, die allesamt sehr gute Leistungen zeigten, Ensembles aus Südafrika, von den Philippinen, aus Irland, Norwegen, Dänemark, Finnland, Belgien, Russland, Schweden und Ungarn begrüßt werden. Zum eindrucksvollen Wettbewerb um den Franz-Schubert-Chorpreis nominierte die Jury insgesamt 8 Chöre, die durch hervorragende Leistungen in den vorherigen Kategoriewertungen aufgefallen waren. Den Franz-Schubert-Chorpreis (Anerkennungsbetrag der Kulturabteilung der Stadt Wien in der Höhe von € 2.000.-) erhielt schließlich der norwegische Chor Kammerkoret Bocca unter der Leitung der Dirigentin Ive Buch Romme.

Insgesamt zeigte sich das hohe Niveau des diesjährigen Wettbewerbs auch in der Wertung der internationalen Jury: Es konnten 8 silberne und 13 goldene Diplome vergeben werden. Juroren waren Prof. Mag. Georg Kugi (Österreich), Eva Holm Foosnes (Norwegen) und Prof. Dr. Ralf EIsenbeiß (Deutschland). Sonderpreise gingen unter anderem für die beste Interpretation eines Schubertwerkes ("Gott im Ungewitter") an den jungen Chor "Bunte Steine" aus Wien. Die ebenso junge Dirigentin des Chores, Frau Katharina Wincor, konnte zudem auch noch den Dirigentenpreis des Wettbewerbs entgegennehmen.

Darüber hinaus fanden Freundschafts- und Galakonzerte in der Schubertkirche und der Minoritenkirche statt, die eine hervorragende Resonanz fanden.

Vom 30. Mai - 3. Juni 2018 wird der 31. Internationale Franz-Schubert-Chorwettbewerb stattfinden. Natürlich sind vor allem Wiener und Österreichische Chöre dazu aufgerufen, sich an diesem internationalen Chorwettbewerb zu beteiligen. Der Förderverein INTERKULTUR wird in diesem Jahr zugleich sein eigenes 30jähriges Jubiläum feiern. Er kann auf dann auf ca. 200 erfolgreiche Internationale Veranstaltungen weltweit zurückblicken, an denen etwa 9000 Chöre aus mehr als 100 Ländern teilgenommen haben werden. Für den Franz-Schubert-Chorwettbewerb wünschen sich die Veranstalter gemeinsam mit der Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental weiter interessierte Chöre aus dem ambitionierten Amateurchorbereich, die die Pflege des Schubertschen Chorwerks ebenso auf ihre Fahnen geschrieben haben wie das breite internationale Chorspektrum. Dem Wettbewerb selbst wünschen wir weitere gute Jahre.

Ralf Eisenbeiß
Künstlerischer Direktor INTERKULTUR

 

     
RÜCKBLICK:
29. Internationaler Franz-Schubert-Chorwettbewerb in Wien
(5. - 9. Juni 2014)

Rund 700 Sängerinnen und Sänger aus 13 Ländern (China, Finnland, Irland, Italien, Lettland, Norwegen, Österreich, Philippinen Rumänien, Russland, Schweden, Serbien und Slowenien) haben an dieser schon traditionellen Chorveranstaltung in Österreich teilgenommen. Eröffnet wurde der Wettbewerb mit einem feierlichen Konzert ausgewählter Chöre im Großen Festsaal des Wiener Rathauses, bei dem der Wiener Kammerchor unter der Leitung von Michael Grohotolsky mit Chorwerken von Franz Schubert dem Namensgeber des Wettbewerbs alle Ehre machte. Das Wertungssingen fand im Schubertsaal des Wiener Konzerthauses statt. Ein stilistisch breit gefächertes und hochwertiges Programm wurde speziell in der Kategorie „Sakrale Chormusik“, geboten: Die Chorliteratur reichte von den Meistern der Renaissance (Palestrina, Monteverdi u.a.) bis zu zeitgenössischen Komponisten vor allem aus den Herkunftsländern der Chöre (Rihards Dubra, Alejandro Consolacion, Morten Lauridsen, Knut Nystedt, Urmas Sisask u.a.). Beim abschließenden Wettbewerb um den Franz-Schubert-Chorpreis im Großen Konzerthausaal ging der Chor GNESINS‘ Ensemble of contemporary music „Altro Coro“ aus Moskau als Gewinner des Anerkennungsbetrages der Kulturabteilung der Stadt Wien (Euro 2.000.-) hervor. Ein Galakonzert zu Ehren Franz Schuberts gaben Chöre aus Finnland, Philippinen, Russland und Schweden in der Schubertkirche Lichtental. Die Veranstaltung stand unter dem Ehrenschutz von Kardinal Christoph Schönborn und Bürgermeister Michael Häupl und war bestens organisiert vom Förderverein INTERKULTUR in Zusammenarbeit mit der Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental.

 

>> Preisträger vergangener Wettbewerbe